Fasching

Die fünfte Jahreszeit ist der feste Bestandteil aller katholischen Länder. Das hängt unter anderem mit der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit zusammen, ausgenommen sind die Evangelisten – und wo nicht gefastet wird, wird auch keine Fastnacht gefeiert. Die Fastnacht ist von ihrem Ursprung abgerückt, da nachweislich auch im Norden und Osten der Republik Faschingsfeste und Rosenmontagsumzüge zelebriert werden.

Die Fastnacht im Mittelalter

Damals war noch alles anders: Denn zur Fastenzeit war es absolut verboten, Fleisch oder andere tierische Produkte wie Milch, Butter, Käse und Schmalz sowie Fett zu essen. Außerdem, was noch viel schlimmer ist: Es wurde sexuelle Enthaltsamkeit geboten! Dies war ein Einschnitt im Jahresverlauf. Von Aschermittwoch bis Ostern haben die Menschen vor der langen Durststrecke die Zeit dementsprechend ausgiebig genutzt. Das geschlachtete Fleisch und alle weiteren verderblichen Lebensmittel mussten in großen Mengen verzehrt werden. Tanzveranstaltungen waren die Konsequenz und viele Paare legten ihren Hochzeitstermin auf den Fastnachtsdienstag.

Der Faschings im 16. Jahrhundert als theologische Umdeutung

Der Klerisei stand dem Fastnachtstreiben recht gleichgültig gegenüber und erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts fand eine theologische Umdeutung des Treibens statt. Während die Fastenzeit mit dem Gottesstaat, der „civitas dei“ gleichgesetzt wurde, interpretierte man die Fastnacht als Teufelsstatt der „civitas diaboli“. Hier fand die Veränderung des Faschings statt. Bis dato war die Kostümierung eher beliebig, so bekam sie dann aber eine starke Besetzung mit Negativgestalten wie beispielsweise Teufelsmasken, wilden Fratzen, dämonische Figuren die fortan die Fastnachtszeit prägten, die Zeit der verkehrten, gottlosen Welt. Hier entsprang auch das Sinnbild des Narren. Ursprünglich war dieser nämlich nicht der harmlose, lustige Geselle wie heute, sondern eher der teufelsgleiche, gotteslästernde und eingebildete Unhold. Ein Narr war bösartig und gefährlich – er verkörperte geradezu die Erbsünde.

Die Wiedergeburt des Faschings im 19. Jahrhundert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand die Fastnacht ihr Ende. Sie entsprach all dem, was der Klerus vorausgesagt hatte: Saufereien bis zu Besinnungslosigkeit. Erst das gehobene Bildungsbürgertum veränderte den Brauch im Zuge der Romantik aus seiner Versenkung. 1823 fand eine Fastnachtsreform in Köln statt – nun eine Veranstaltung des organisierten Großbürgertums statt. Und diese führten dann die Narrenreichen und Fastnachtsprinzen ein, die über das Heer der Narren herrschten. Dieser Brauch setzte sich vielerorts durch, bis zur Zweispaltung des Fastnachtsbrauch in die rheinische und die alemannische Fastnacht im Württembergischen.

Die Bezeichnung Fasching findet eher im süddeutschen Raum und in Österreich ihren Namen. Fasching wird von der mittelhochdeutschen Zusammensetzung „vast-schanc“ abgeleitet, die den Ausschank vor der Fastenzeit bezeichnet und damit ebenfalls auf die bevorstehende vorösterliche Bußzeit verweist.

Folgende Möglichkeiten sich zum Fasching entsprechend zu verkleiden, findet ihr nachfolgend:

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